Systemproblem

Die Welt befindet sich in Aufruhr. Immer mehr Menschen bekommen Angst. Erkennen, dass unser System auf politischer Ebene außer Kontrolle gerät und sich die weltweiten Konflikte zu einem globalen Krieg zuspitzen. Bei dieser Angst spielt nicht nur der erste und zweite Weltkrieg eine Rolle sondern auch die nukleare Gefahr in Form von optimierten Atomwaffen und Atomkraftwerke als mögliches Angriffsziel. Die Gefahr, dass ein falscher Knopfdruck ganze Zivilisationen vernichten könnte, ist absolut real und gegenwärtig. Mittlerweile erkennen aber auch immer mehr Menschen die Ursache dieser politischen Gewaltspirale, welche uns scheinbar regelmäßig heimsucht. Neben den Wahnsinn des Menschens selbst, ist vor allem unser globales Geldsystem die Wurzel allen Übels. Speziell 3 Mechanismen namens Zins, Geldschöpfung und Leitwährung. Durch das Zusammenspiel dieser Mechanismen produziert es fortlaufend Schulden, die durch reales Geld nicht gedeckt werden und zwangsläufig durch neue Waren und Dienstleistungen ausgeglichen werden müssen, um die Wirtschaft stabil zu halten. Das bedeutet vor allem immer mehr Leistung für immer weniger Ertrag.

Die Expotentialfunktion und die Tatsache, dass nur begrenztes Wachstum auf endlichen Raum mit endlichen Ressourcen möglich ist, sorgen außerdem dafür, dass wir mit dem Produzieren von Waren und Dienstleistungen, dem rasanten Anstieg der Schulden garnicht mehr hinterherkommen können. Diese Schulden werden dann auf unsere Steuern umverteilt. Die Folgen sind steigende Kosten/Preise, sinkende Löhne, längere Arbeitszeiten, wachsende Leistungsansprüche, weniger Freizeit, Unzufriedenheit, Stress, Depressionen, Burnout, Angst vor Verarmung, Hunger, Obdachlosigkeit. Wir sehen es derzeit besonders gut in Griechenland und den USA. Abseits dessen denke ich, kann man sich darauf einigen, dass die Entscheidung heute noch zur Arbeit zu gehen, eher eine Entscheidung der Notwendigkeit als der Lust ist. Denn wer möchte schon Hunger leiden, obdachlos werden oder als Hartzer gesehen werden? Wer würde nicht lieber etwas Anderes tun oder sich die Zeit anders einteilen, wenn er die absolute freie Wahl hätte?

Wir arbeiten um Geld zu verdienen. Wir verdienen Geld um mindestens unsere existentiellen Grundbedürfnisse befriedigen zu können. Wohnung, Essen, Heizung, Strom, soziale Bedürfnisse. Der Wert der vorhandenden Geldmenge wird immer geringer. Unsere Möglichkeiten werden unseren Bedürfnissen immer weniger gerecht. Folglich werden wir in unserer Freiheit und Persönlichkeit immer weiter eingeschränkt und beschnitten, denn wir werden immer mehr von Sorgen, Ängsten und Unzufriedenheit bestimmt. Lebensfreude muss, Münze um Münze, der Lebenserhaltung weichen. Irgendwann ist ein Punkt erreicht in dem Überleben und glückliches Leben nicht mehr miteinander vereinbar zu sein scheinen. Und wir nehmen es hin.

Durch diesen schleichenden Prozess findet eine psychologische und physiologische Veränderung, in homöopathischen Mengen, in uns statt. Nicht nur in uns selbst sondern auch in den Menschen um uns herum. Den Künstlern, den Wissenschaftlern, den Journalisten, den Politikern. Denn auch wenn es anders aussieht, leiden sie unter denselben Mechanismen wie wir und laufen dem Geld und dem Wohlstand, welchen wir alle mit Glück verbinden, hinterher. Auch sie müssen vorgegebenen Linien und Bedürfnissen folgen um ihren Lebensstandard halten zu können. Um nicht in etwas hineinzurutschen, was sie als Bedrohung ihrer Existenz oder Verlust ihrer Identität empfinden würden. Die erste Instanz, der ein Mensch heute folgt sind nicht ethische Werte sondern Wohlstand. Denn ein Mensch der sich ethisch korrekt verhält wird häufig geächtet, während Wohlstand existentielle Sicherheit und ein soziales Ansehen verspricht.

Wahrnehmungen, Denkstrukuren und kognitive Verarbeitungsprozesse werden von diesem sozialen und finanziellen Druck kontaminiert und konditioniert und führen scheinbar zu unreflektierten Abstraktionen. Realitäts- und naturferne Weltbilder, Wahrheiten, Ideologien und Normalitäten werden dadurch Stück für Stück konstruiert und angepasst und in die nächsten Generationen getragen. Es geschieht ohne, dass wir es bewusst wahrnehmen und es folglich auch nicht in Frage stellen. Und dies seit bereits mehr als Tausend Jahren. Wohin führt uns eine Entwicklung, die auf einer bewussten und/oder unterbewussten Existenzangst beruht? Einer Lebensart und Gesellschaftsform, die ihr Überleben nur noch im Kapitalismus sieht, sich dafür gegenseitig zu Grunde richtet und die eigene Absurdität darin nichtmal mehr erkennt?

Wohin uns es führt ist In Einzelfällen noch deutlich erkennbar. Beispielsweise durch die Verschwörungstheorien, welche sich in unserer Vorstellung weit weg von der Realität befinden, sich im Laufe der Zeit aber dann als wahr herausstellen. Von der Tatsache, dass die Erde rund ist bis hin zur globalen NSA Überwachung. Und der soziale Druck, der da ist, wenn man darüber nachdenkt, seine Meinung in einer Gruppe von Menschen auszusprechen. Menschen empfinden Wasser als eklig, Erde als Dreck, Gräser als Unkraut. Natürliche Ressourcen, welche unser Überleben tatsächlich sichern und etwas mehr Wertschätzung verdienen. Menschen füttern sich mit Sättigungsmitteln statt mit Nahrungsmitteln, schmieren sich den Körper mit Chemikalien voll weil sie glauben, das Andere es schön finden, werfen sich eine Pille nach der Anderen rein weil sie glauben dadurch gesünder zu werden und wundern sich dann über das breite Spektrum an Beschwerden. Menschen tun Dinge, die sie nicht tun wollen, um sich Dinge zu leisten, die sie nicht brauchen, um Menschen zu beeindrucken, die sie nicht kennen. Und all diese Automatismen, sind so sehr zu unserer Normalität verkommen, dass wir den Irrsinn unseres eigenen Handelns nicht einmal mehr wahrnehmen, geschweige denn hinterfragen können. Wir scheinen in einer Normalität zu leben, die wir als Realität interpretieren, jedoch mit Realität kaum mehr etwas zutun hat.

Wir leben in einem Weltverständnis mit systembedingten Rahmenbedingungen, die uns die Welt so erscheinen lässt, wie sie für uns aussieht und uns so denken, fühlen und handeln lässt, wie wir glauben, dass es richtig sei. Ich muss seit einigen Jahren jeden Tag feststellen, dass doch wieder nichts so ist wie es scheint. Und das geht bis in die kleinsten Kleinigkeiten hinein.

Das Elend der Empathielosigkeit, mangelnder Intelligenz, Mangel an Bewusstsein, Vertrauen und Menschlichkeit sind die Folgen des, durch das Geldsystem, künstlich-erzeugten Kampf ums Überleben. So werden wir zur geistigen, intellektuen und empathischen Apathie und Lethargie erzogen. Der Kampf ums eigene Glück macht uns zur Ellenbogengesellschaft, zur Leistungsgesellschaft und zur Konsumgesellschaft. Ellenbogen um sich durchzusetzen, Leistung um sich zu behaupten, Konsum um sich zu betäuben. Die Schere zwischen inkompetent und intelligent ist vergleichbar mit der Schere zwischen arm und reich. In beiden Fällen geht sie immer weiter auseinander. Und in beiden Fällen wird das Eine immer mehr und das Andere immer weniger.

Doch wir werden nicht inkompetent geboren, sondern inkompetent gemacht. Heute mehr denn je, mit Medien, verfehlter Bildung, ungesunder Ernährung, Medikamenten, Umweltvergiftung, Pornografie, chemischen Stoffen, einer völlig sinnlos verkomplexten Sprache in sämtlichen Fachbereichen, Digitalisierungs- und Globalisierungswahn und weiteren Desinformationen und Reizüberflutungen. Unsere Fähigkeit die Welt und uns selbst wahrzunehmen und richtig zu bewerten wird verstört, verzerrt, verdorben und in die Irre gelenkt.

Es gibt so etwas wie unausgeschriebene soziale Gesetze in unserer Gesellschaft, die sich durch dieses System über all die Jahre in unserer Denke manifestiert haben. Diese Gesetze haben verschiedene Namen. Einer dieser Namen lautet „Dogma“. Und unsere Gesellschaft wird von ein paar ganz großen wesentlichen Dogmen beherrscht. Und das seit Jahrhunderten. Einige dieser Dogmen sind „Man kann etwas nicht“, „Man kann nur etwas besonderes erreichen, wenn man viel Geld oder einen besonders guten Bildungsabschluss hat“, „Man kann nichts verändern“, „Träume sind zum Träumen da“, „Der Mensch ist böse". Ungeschriebene Gesetze, die sich in unseren Köpfen zu vermeintlichen Naturgesetzen entwickelt zu haben scheinen.

Die Realität sieht jedoch anders aus. Der Mensch ist in seinem Kern ein hochsoziales, hochbegabtes, hochpotentes Wesen. Man kann alles sein, alles werden, alles lernen, alles verstehen und man kann sich auch alle halbwegs realistischen Träume erfüllen. Wenn ich reflektiere, wer ich früher war und wer ich heute bin, kann ich zu keinem anderen Schluss kommen. Und die Kinderforschung bestätigt dies ebenso. Wenn man auch nicht die ganze Welt ändern kann, so kann man doch seine eigene Welt verändern. Und nur darauf kommt es letztlich an. Geld sichert das Überleben, aber Geld macht nicht glücklich und nicht gesund. Nicht jetzt, nicht später, nicht im Alter. Freude macht glücklich und gesund und auch das wurde selbst in der Hirnforschung ausreichend belegt.

Alles was man braucht sind die richtigen Rahmenbedingungen für ein funktionierendes Gesundheitssystem im Organismus. Damit Körper und Geist genügend Energie zur Regeneration, mentaler Stärke, kreativem Denken und körperlichen Fähigkeiten zur Verfügung gestellt wird. Allein der Weg zu dieser Form der Gesundheit, lässt einen durch das Sammeln neuer Erfahrungen schon so selbstbewusst werden, dass man sich nicht mehr von seinem Weg abbringen lässt und immer irgenwelche Wege findet, die eigenen Ziele zu erreichen. Ziele erreicht zu haben, Hürden überwunden zu haben und Erkenntnisse erlangt zu haben sind Motivationsmotoren, welche sich ein Leben lang in die eigene Identität manifestieren. Dies kann einem keiner mehr nehmen.

Man stelle sich bei all dieser Negativität der heutigen Welt mal vor, welches Potential sich innerhalb kürzester Zeit entfalten könnte, würden wir es schaffen, uns von diesem System der lähmenden, abtötenden Überlebens-Angst zu lösen und Strukturen zu schaffen, die dem Menschen dienen und seine Talente fördern anstatt ihn zu versklaven und auszunehmen. Ihm Sicherheit und Stabilität bieten statt Lebensnot und verzerrte Weltbilder zu konstruieren. Die Welt wäre eine gänzlich Andere. Naturell wie kutlurell. Die Technologien, das Wissen und die theorethischen Modelle gibt es bereits. Wir müssen es nur tun. Und vielleicht sollten wir es sogar. Wenn nicht mehr für uns, dann wenigstens unseren Kindern und Enkelkindern zu Liebe.

Wenn du tief in dir das Gefühl hast, minderwertig zu sein, wenn dich das Gefühl der Leere erfüllt und du spürst, dass etwas mit dir oder dieser Welt nicht stimmt, dann sei gewiss, es liegt nicht an dir und nicht an deinen Mitmenschen. Es liegt am System, welches uns garnicht erst die Möglichkeit bietet, derjenige zu sein, der wir sind. Deine Seele schreit nach deinem Ich. Eine Depression ist nichts weiter als die Manifestation dieses Schreis in dein Herz. Ein Aufbegehren gegen die Unterdrückung der eigenen Persönlicheit in seiner vollen Gänze. Die Sehnsucht nach dem Tode, ist nichts weiter als die Sehnsucht nach einem Leben.

28.3.16 18:40

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